137 Jahre Freiwillige Feuerwehr Essen-Steele in der Feuerwehr Essen

Zum Jubelfest ein Auszug aus der Chronik von 1876 – 2013

Im Mittelalter waren Feuersbrünste neben Krieg und Pest das Schrecklichste, was eine Stadt heimsuchen konnte. Bedingt durch die Bauweise der Gebäude (Holzfachwerk) und die Enge der Gassen und Straßen konnte ein kleiner Funken innerhalb kürzester Zeit ganze Straßenzüge in Asche legen. Hinzu kam, dass man eine Feuerwehr im heutigen Sinne nicht kannte und Geräte zur Bekämpfung von Feuersbrünsten nur mehr schlecht als recht vorhanden waren.

Brach also ein Brand aus, so legte er meist einen großen Teil, wenn nicht sogar die ganze betroffene Stadt, in Schutt und Asche. Aus dem 15. und 16. Jh. sind aus den Chroniken eine ganze Reihe verheerender Brände aus unserer Region bekannt. 1452 brannte Kamen komplett nieder, 1517 zerstörte ein Großfeuer ganz Bochum. Im Jahre 1420 wurden Schwerte und im Jahre 1503 Schwelm ein Opfer der Flammen.

Von Steele wissen wir, dass am Anfang des 15. Jh. ein Brand wütete, der den größten Teil der Stadt heimsuchte. Das Fehlen entsprechender Urkunden aus dieser Zeit lässt darauf schließen, dass das Archiv der Stadt Steele ebenfalls verbrannte. Am 17. April 1548 verusachten Funken aus einer Schmiede ein Feuer, das 50 Häuser – die Hälfte der Stadt – vernichtete.

Dieser Brand führte dazu, das die städtischen Einrichtungen und Häuser von Steele auf ihre Brandgefährlichkeit untersucht wurden. So wurden Brandgassen (eine der ersten Löschwasserversorgungen zum Befüllen von Löscheimern) eingerichtet, die Nachtwachen wurden verschärft und das Flachsbrechen wurde bei trockenem Wetter untersagt.

Weiterhin wurde eine Feuerordnung erlassen, die in genauer Form festlegte, welche Geräte zur Brandbekämpfung bei bestimmten Bürgern und Nachbarschaften vorzuhalten sind um bei ausbrechenden Bränden sofort reagieren zu können.

Nachstehend der überlieferte Wortlaut:

"Also das Nachfolgende haben die sämtlichen Bürger

innerhalb Steele einträchtiglich festgesetzt und bei

nachfolgender Strafe fest zu halten beschlossen im Jahre

Tausend fünfhundert neunundvierzig des vierunzwanzigsten Tag  im April.

Also Laurentius Busch eine Leiter

Also Johann Busch gen. Waltemate eine Leiter

Also Diedrich Koeveld eine Leiter

Also Johann Schmidt eine Leiter

Also Diedrich Klosterberg eine Leiter

Also Heinrich Tosse und Johann Tosse eine Leiter

Also des Küsters Haus eine Leiter

Also noch acht Haken und acht Eimer die Nachbarschaft am Kirchhofe

Also die von der Aastraße (Ahestraße) acht Leitern, acht Eimer und acht Haken

Also die vom Steinweg (Isingertor) sechs Leitern, sechs Eimer und sechs Haken

Also die vom Penekamp  (zw. Graffweg u. Scheidtmannstor)

sechs Leitern, sechs Eimer und sechs Haken

Also die vom Grendtor sieben Leitern, sieben Eimer und sieben Haken

 

Und dies Vorgenannte soll fertig sein gegen Mitsommer.

Ist Jemand versäumlich darin, der soll geben einen halben Taler ohne Gnade.

Hiernach hat sich jeder der Vorgenannten zu richten.“

Diese Feuerordnung ist wohl die älteste uns überlieferte Feuerordnung im heutigen Stadtgebiet Essen und wurde bis Anfang des 19. Jh. eingehalten und durch die Stadtoberen überwacht.

 

Mehr und mehr machte sich in Steele die Notwendigkeit der Bildung einer Feuerwehr bemerkbar. Insbesondere in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts, als sich ein Aufschwung im gewerblichen und industriellen Leben von Steele zeigte. Auf Anregung des Bürgermeisters von Cloedt begannen die Vorberatungen zur Gründung einer Feuerwehr im Jahre 1875. Man verschaffte sich von anderen Städten Statuten der dort bestehenden Feuerwehren, um nach diesen Satzungen eine eigene Wehr zu errichten.

Die Kommission unter dem damaligen Bürgermeister von Cloedt als Vorsitzenden und den Stadträten Heinrich Potthoff und Michael Olfen sowie verschiedener anderer Herren arbeitete eine neue Feuerlöschordnung und die Organisation der zu bildenden Feuerwehr unter dem Namen "Freiwillige Bürger-Feuerwehr der Stadt Steele" aus, wie sie mit wenigen Abänderungen bis zur Eingemeindung nach Essen im Jahre 1929 Bestand hatte.

Die betreffende Feuerlöschordnung wurde am 12. Juli 1875 zur Genehmigung bei der königlichen Regierung zu Düsseldorf eingereicht, deren Bestätigung am 5. November 1875 erfolgte. Der erste Aufruf an die Bürgerschaft zur Meldung für die zu gründende Wehr datiert vom 10. Juni 1876. Die Anmeldungen der Bürgerschaft liefen zahlreich ein, so daß die erste Versammlung zur Organisation der Wehr am 23. August 1876 im Lokal des Hermann Springob am Markt stattfinden konnte. Während dieser Versammlung fand u. a. die Verteilung der Mannschaften in die einzelnen Kompanien und die Wahl deren Führer statt. Schon vorher war der Ingenieur Friedrich Klein als Corpschef vom Brandrat bestimmt worden.

Es wurden 2 Spritzenkompanien, 1 Steigerkompanie und 1 Ordnungskompanie aufgestellt. Die anfängliche Mannschaftsstärke einschließlich Brandrat betrug 139 Mann. Die Mannschaftsstärke wurde aber bald reduziert und betrug bis zur Eingemeindung 1929 ca. 100 Mann.

Schwierigkeiten machte anfänglich die Unterbringung der Löschgeräte. Sie waren in einem Anbau im Rott und in der Stadt notdürftig untergebracht. Später befanden Sie sich in den Hintergebäuden der

Wirtschaft Ruhrmann in der Bredeneyer Straße (Westfalenstraße).

Das erste Steigerhaus wurde am 12. August 1877 in der Lindenstraße (heute Hünninghausenweg) eingeweiht. Im Jahre 1880 wurde dann in der Friedrichstraße (Dreiringstraße) ein eigenes Gerätehaus hinter dem Kassenhaus (heute Kulturforum) gebaut  Die Wehr verfügte zu diesem Zeitpunkt über 3 Handdruckspritzen.

 

Im Jahre 1896 wurde ein neuer Steigeturm und Übungsplatz an der Steeler Ruhrbrücke eingeweiht und übergeben. In den ersten 25 Jahren Ihres Bestehens wurde die Wehr zu 50 größeren Bränden und 44 kleineren Bränden gerufen. Es ist ihr stets gelungen, den Bränden Herr zu werden und sie auf ihren Herd zu beschränken.

Nicht allein bei Feuergefahr, sondern auch bei anderen Unglücksfällen, z. B. der großen Überschwemmung im November 1890, wurde die Familie Platte aus Überruhr durch Männer der Wehr unter Zuhilfenahme eines Pionierkommandos aus Köln-Deutz vor dem sicheren Tod gerettet.

 

Im Jahre 1896 wurde ein neuer Steigeturm und Übungsplatz an der Steeler Ruhrbrücke eingeweiht und übergeben. In den ersten 25 Jahren Ihres Bestehens wurde die Wehr zu 50 größeren Bränden und 44 kleineren Bränden gerufen. Es ist ihr stets gelungen, den Bränden Herr zu werden und sie auf ihren Herd zu beschränken.

Nicht allein bei Feuergefahr, sondern auch bei anderen Unglücksfällen, z. B. der großen Überschwemmung im November 1890, wurde die Familie Platte aus Überruhr durch Männer der Wehr unter Zuhilfenahme eines Pionierkommandos aus Köln-Deutz vor dem sicheren Tod gerettet.

 

Bis zu Ihrem 50jährigen Jubiläum 1926 wurde die Wehr zu 29 größeren und 177 kleineren Bränden alarmiert.

 

Das 25-jährige Jubiläum wurde vom 3. - 5. August 1901 unter dem damaligen Corpschef Friedrich Ruhrmann feierlich begangen. Im Jahre 1907 wurde der erste Kreisverband der freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Essen gegründet. Der erste Vorsitzende war Friedrich Ruhrmann aus Steele.

 

 

Im Jahre 1925 wurde von der damaligen Stadtverwaltung der Stadt Steele unter Bürgermeister Richard Disch die erste Alarmsirene angeschafft, da man zu der Überzeugung gelangt war, dass die Alarmeinrichtung durch die veralteten Hupensignale nicht mehr zeitgemäß war und die Alarmierung der Wehr durch eine Sirene enorm verkürzt werden würde.

Weiterhin erfolgte in diesem Jahr die Gründung der Steeler Feuerwehrkapelle (ehem. Horster Schülerkapelle v. 1915) durch Branddirektor Kerkhoff, Hauptbrandmeister Rullkötter sowie die Oberbrandmeister Odendahl, die Brandmeister Kunst, Korte und Strüber sen.. Musikleiter und Dirigent wurde der ehemalige Militärmusiker Gustav Hentzschel.

 

1926 wurde das Feuerlöschwesen in der Stadt Steele unter dem damaligen Branddirektor Wilhelm Kerkhoff wie folgt umorganisiert:

 Löschzug I - Altstadt Steele und Königsteele

    75 Mann; Leitung Obm Sprenger

    Gerätehaus Friedrichstraße

 

 Löschzug II - Horst (ab 1932 Horst-Eiberg)

    50 Mann; Leitung Obm Ruhrmann

    Gerätehaus Dahlhauser Straße 180

 

 Löschzug III - Freisenbruch

    50 Mann; Leitung Obm WULF

    Gerätehaus Hellweg 209

 

 Löschzug IV - Eiberg

    35 Mann; Leitung Bm Freitäger

    Gerätehaus Schultenweg 84

 

Im Juli 1926 fand der 29. Feuerwehrtag des Feuerwehrverbandes der Rheinprovinz aus Anlaß des

50-jährigen Bestehens der „Freiwilligen Bürgerfeuerwehr der Stadt Steele“ vom 16. - 19. Juli zu Steele-Ruhr statt. Hierzu fand u. a. eine Schauübung in den Ruhrwiesen zusammen mit der freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz statt, die die „Essener Volkszeitung“ vom 19. Juli 1926 wie folgt kommentierte:

Die Wehrleitung hatte eine Aufgabe erarbeitet, die alle Teile der Wehr in Tätigkeit sah. (Ein Brand verursacht durch eine Gasexplosion.) Wir sahen die neue Motorspritze arbeiten, ferner die Rettung durch Sprungtuch, dann die Anwendung von Gasmasken. Nach der Übung formierte sich der Festzug, der seinen Abschluß durch den Vorbeimarsch auf dem Marktplatz  (heute Kaiser-Otto-Platz) fand. Der Beginn des Festumzuges wurde durch einen Massenauflaß von Brieftauben der Reisevereinigung Steele angezeigt.“

 

Durch regelmäßige Übungen suchte die Wehr auch in der damaligen Zeit ihre Ausbildung zu fördern.

In dieser Zeit wurde auch das Gebäude Berliner Straße 45 (heute Bochumer Straße) von der Firma Wisthoff erworben und zur Feuerwache Steele umgebaut.

 

Mit der Eingemeindung nach Essen am 01. August 1929 wurden die freiwilligen Feuerwehren des gesamten ehemaligen Landkreises Essen einsatzmäßig dem Leiter der Berufsfeuerwehr Essen, Branddirektor Röcker, unterstellt. 1. Vorsitzender und Leiter der drei Löschzüge in Steele blieb Branddirektor Wilhelm Kerkhoff bis zu seinem Eintritt in die Altersabteilung im Jahre 1934.

Am 03. März 1934 übertrug Branddirektor Kerkhoff die Leitung der Wehr an Hauptbrandmeister Wilhelm Rullkötter, der sie bis zum Ausbruch des Krieges 1939 leitete und der 1965 zum Vorsitzenden der Steeler Bürgerschaft e. V. gewählt wurde.

 

Im Prozeß der Auflösung der Weimarer Republik als direkte Folge der Weltwirtschaftskrise folgte ein Schub der Radikalisierung und Polarisierung durch die nationalsozialistische Bewegung Adolf Hitlers ab dem 30. Januar 1933. Da das Feuerlöschwesen immer unpolitisch und überparteilich war, blieben die politischen Ereignisse zunächst ohne Auswirkung auf die Feuerwehr.

 

 

 

Das änderte sich mit dem „Gesetz über das Feuerlöschwesen vom 15.12.1933, daß die Feuerwehren von nun an in den nationalsozialistischen Staat integrierte. Unter § 2 stand Folgendes zu lesen:

 

Die Feuerwehr hat im Auftrage des Ortspolizeiverwalters die Gefahren abzuwehren, die der Allgemeinheit oder dem einzelnen durch Schadenfeuer drohen. Die Polizeiaufsichtsbehörden können den Feuerwehren auch die Abwehr sonstiger Gefahren übertragen.“

 

Wie die Essener Volkszeitung vom 24.03.1934 berichtete, mußten „entsprechend der Bestimmungen des Feuerlöschgesetzes vom 15.12.1934 im März die Freiwilligen Feuerwehren des Stadtkreises Essen aufgelöst werden.“ Die bisherigen 26 Löschzüge wurden auf 8 Löschverbände verteilt und in einer einheitlichen Organisation, dem „Verein der freiwilligen Feuerwehr Essen“ unter dem „Führerprinzip“ zusammengefaßt.

 

Ein weiteres Gesetz über das Feuerlöschwesen v. 23.11.1938 und entsprechende Durchführungsverordnungen u. a. die Bildung des „Sicherheits- und Hilfsdienstes“ im Rahmen des zivilen Luftschutzes integrierten die freiwillige Feuerwehr als Hilfs-Polizeitruppe in die Befehls-

gewalt des Ortspolizeiverwalters

 

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 gingen im ganzen Land und somit auch in Essen und

Steele (siehe Gedenktafel City Center Steele neben dem Eingang zur GENO-Volksbank) die Synagogen und sonstige jüdische Besitztümer in Brand auf. Der Propagandaminister Goebbels hatte nach Genehmigung durch Hitler den Befehl zu einem Brandstiftungsprogrom großen Stils gegeben, obwohl seit dem Reichstagsbrand 1933 auf Brandstiftung die Todesstrafe durch Erhängen stand.

 

 

An den Brandstellen versuchten uniformierte SA- und SS-Leute durch Drohungen, z. T. mit auch mit Gewalt und auf „höhere Anweisung“ hin die alarmierten Löschzüge von der Durchführung eines Löschangriffs abzuhalten. Ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Gebäude konnte und durfte jedoch verhindert werden.

Eine derart kriminelle Mischung von Gesetzeslosigkeit und Ordnungssinn hatte es wohl bis dahin in unserem Lande nicht gegeben.

 

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurde in der Nacht zum 11. Mai 1940 der erste Luftalarm gegeben. Ab Februar 1942 wurden durch die alliierten Staatsführer flächendeckende Städtebombardements angeordnet. Ab 1943 kam es zu sogenannten Großangriffen wobei am 01.05.1943 und 23.10.1944 auch Steele getroffen wurde. Am 17. Mai 1943 zerstörte eine britische Rollbombe die Staumauer der Möhnetalsperre, was zur Folge hatte, daß 130 Mill. Kubikmeter Wasser als Flutwelle u. a. das Ruhrtal durchströmten und weite Teile von Steele unter Wasser setzten.

 

Am 29.03.1945 wurden Kampfbereitschaften aus Teilen des Brandschutzdienstes gebildet, deren Aufgabe es sein sollte die Stadtgrenzen mit der Waffe zu verteidigen. Noch bestehende Teile des Sicherheits- und Hilfsdienstes wurden mit den noch verbliebenen Ausrüstungsteilen evakuiert.

Am 10. April 1945 marschierten amerikanische Truppen in Essen ein.

 

Am 01. 08.1947 baute Oberbrandmeister Theodor Sprenger mit 11 Wehrleuten die Freiwillige Feuerwehr Steele wieder auf und leitete sie bis zu seinem Tode am 25.08.1963.

Sein Nachfolger wurde Brandmeister Helmut Havenith der die Löschgruppe bis zu seiner Ernennung zum Jugendwart der Jugendfeuerwehr der Stadt Essen am 21.09.1969 leitete und am 12.11.1971 plötzlich verstarb.

 

 

Am 21. September 1969 übernahm Oberbrandmeister Kurt Rode die Leitung der Wehr.

Als im Jahre 1972 die Feuerwache an der Bochumer Straße 45 im Zuge der Steeler Sanierung aufgegeben werden mußte und gleichzeitig die Berufsfeuerwehr nach Kupferdreh verlegt wurde, richtete die FF-Steele ihr neues Gerätehaus im Grendbach 14 ein. Unter der Leitung von Kurt Rode und mit freiwilligem Arbeitseinsatz der gesamten Löschgruppe konnte nach 1200 Arbeitsstunden und unter Gestellung von Plänen, Geräten und Material durch die Feuerwehr Essen, das Gerätehaus in Betrieb genommen werden.

 

 

Anläßlich des 100jährigen Bestehens im Jahre 1976 wurde am 28.08.1976 der Freiwilligen Feuerwehr Steele die „Silberne Ehrenmedaille“ der Steeler Bürgerschaft e.V. verliehen.

 

 

Nach Fertigstellung der neuen Feuer- und Rettungswache im Ruhrbruchshof, fand die Freiwillige Feuerwehr Steele ab 1980 dort ihre neue Unterkunft. Neben einer modernen Fahrzeughalle stehen dort Unterrichtsraum, Umkleideraum und Sanitäreinrichtungen zur Verfügung. In Ihrer Funktion als Rettungswache waren hier zeitweise das Rote Kreuz, die Johanniter Unfallhilfe sowie ein Rettungs-wagen der Berufsfeuerwehr Essen stationiert, die über eine in der Wache integrierte Nachrichten-zentrale alarmiert wurden.

 

Am 01.04.1981 legte Oberbrandmeister Kurt Rode aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als Lösch-gruppenführer nieder und schied aus dem aktiven Dienst aus. Kurt Rode verstarb am 08.05.1995.

 

 

 

Sein Nachfolger wurde Brandmeister Heinz-Dieter Goedel der seit 1966 aktiver Feuerwehrmann war und im Mai 1996 für sein Engagement mit dem „Deutschen Feuerwehr Ehrenkreuz“ ausgezeichnet wurde.

 

Löschgruppe ca. 1983

 

 

Am 13.+14.09.1986 feierte die FF-Steele ihr 110-jähriges Bestehen mit einem Kreisverbandsfest.

 

Im Rahmen der „1050 Jahre Steele“ Feierlichkeiten beging die Wehr im Mai 1988 ihr 112jähriges

Jubiläum mit einem Tag der offenen Tür sowie der Teilnahme am Festumzug durch Steele.

 

Im Zuge der Umorganisation der Berufsfeuerwehr Essen wurde mittlerweile wieder ein Tank-

löschfahrzeug der Berufsfeuerwehr in der Feuerwache Steele stationiert. Weiterhin wurde im Jahre

1994 eine Abteilung der Jugendfeuerwehr gegründet. Ziel der FF-Steele ist Kinder und Jugendliche

spielerisch an die Aufgaben der Feuerwehr heranzuführen und somit auch für Nachwuchs zu sorgen.

 

Der Erfolg den die Gründung einer Jugendfeuerwehr mit sich brachte, machte es erforderlich, daß die Wache im Ruhrbruchshof mit einem Anbau versehen wurde, der zum größten Teil in Eigenleistung erstellt wurde und in 1999 bezugsfertig wurde.

 

Ebenfalls 1999 wird der „Verein zur Förderung des Feuerschutzes und der Jugendfeuerwehr in

Essen-Steele e. V.“ gegründet, der als gemeinnützig anerkannt wird. Der Verein hat die Aufgabe, Spenden entsprechend seiner Satzung für die Ausbildungsarbeit der Jugendfeuerwehr, die Durch-

Führung von öffentlichen Auftritten – z. B. Tage der offenen Tür – sowie den Feuerschutz im Sinne

der Freiwilligen Feuerwehr Steele zu unterstützen. Gegen einen geringen Jahresbeitrag kann jeder

Bürger Fördermitglied des Vereins werden und „seine“ Feuerwehr bei den immer umfangreicheren

Aufgaben unterstützen. Zur Zeit wird der Verein vom Vorsitzenden Clemens Schulz und seinem

Stellvertreter Uwe Seidelmann geleitet.

 

Logo des Fördervereins

 

 

 

Nach langer schwerer Krankheit verstarb Löschgruppenführer Heinz-Dieter Goedel am 04. 11.2000.

Ralf Gördemann, der bis zu diesem Zeitpunkt die Löschgruppe Steele kommissarisch geführt hatte, wurde im Rahmen einer Jahreshauptversammlung am 21.01.2001 zum neuen Löschgruppenführer gewählt. Zu seinem Stellvertreter wurde Michael Bender gewählt.

 

 

Ihr 125jähriges Bestehen feiert die FF-Steele im September 2001 mit einem ökumenischen Gottes-

dienst in der Friedenskirche und einem Umzug durch die Steeler Innenstadt mit vielen geladenen

Nachbarfeuerwehren und Organisationen.

 

 

2002 wird der Osten deutschlands von der sogenannten „Jahrhundertflut“ überschwemmt. Auch die Stadt Essen stellt ein Kontingent aus Feuerwehrleuten, Fahrzeugen und Gerät für die Hilfeleistung zur Verfügung. Selbstverständlich befinden sich unter den entsandten Einheiten auch freiwillige Feuerwehrleute aus Steele und anderen Stadtteilen von Essen.

 

Eine Reform der Ausrückbezirke in 2004 hat den Wirkungskreis der Freiwilligen Feuerwehr Steele deutlich erweitert:
So umfasst der Ausrückbereich der freiwilligen Steeler Wehr die Stadtteile Steele, Huttrop, Bergerhausen, Überruhr-Hinsel sowie das Süd und Süd-Ostviertel, ferner gehören in Teilen (mehrere Straßenzüge) Freisenbruch, Horst, Rüttenscheid, Leithe, Ostviertel sowie Stadtkern (Innenstadt) dazu, wie auch Abschnitte der Bundesautobahnen A40 und A52 und die Bundesstraßen B224 sowie B227. Die Einsätze erfolgen in enger Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr, vor allem mit den Feuerwachen (7) Steele, (1) Stadt-Mitte/Hauptwache und (9) Rüttenscheid in deren Ausrückbereiche auch die der FF-Steele fallen.

 

Weiterhin wird im Juli 2004 das Mehrzweckboot „Hans“ in einer Feierstunde an die FF-Steele übergeben, die das Boot gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr nutzen wird um auch bei Unfällen in

und auf der Ruhr eingreifen zu können.

 

 

 

 

Bei der jährlich stattfindenden Hauptversammlung 2013 der FF-Steele stand die Wahl eines neuen stellvertretenden  Löschgruppenführers an, da sich der Kamerad Michael Bender aus privaten Gründen einige Zeit aus dem aktiven Feuerwehrdienst zurückziehen möchte. Als neuen Stellvertreter wählten die Anwesenden Patrick Gazkowiak der nunmehr seinen Weg von der Jugendfeuerwehr in den Führungskreis gefunden hat.

 

Im Mai und Juni 2013 wird erneut nach starken und anhaltenden Regenfällen der Osten Deutschlands durch die Elbe und ihre Nebenflüsse überschwemmt. Selbstverständlich sind bei den entsandten Hilfseinheiten der Feuerwehr Essen auch einige Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Steele dabei die ihren Anteil dazu beitragen ein vom Hochwasser bedrohtes Umspannwerk in Magdeburg zu sichern.

Am 21. und 22.06.2013 führen die Schüler des Musikfördervereins am Carl-Human-Gymnasium „The Wall“ von Pink Floyd im Steeler Stadtgarten auf. Selbstverständlich wird die benötigte Sicherheitswache von der freiwilligen Feuerwehr Steele gestellt.

   

Auch im Wandel der Zeiten ist in der Freiwilligen Feuerwehr Steele der Sinn zur Hilfsbereitschaft und die Einsatzfreude erhalten geblieben und der nachstehende Leitspruch hat nach wie vor seine Gültigkeit:

Der Stadt zum Schutz

Dem Feuer zum Trutz

Gott zur Ehr

Dem Nächsten zur Wehr

 

 

Anmerkung des Verfassers:

Die Gestaltung einer Chronik ist oftmals sehr schwierig, da alte Bilder und Dokumente aus der „alten Zeit“ fehlen oder in Privatbesitz sind. Wer Bilder oder Dokumente der Feuerwehr aus dieser Zeit hat und diese der Steeler Feuerwehr für Kopien oder gar im Original zur Verfügung stellen möchte, kann sich an den Verfasser Uwe Seidelmann Tel. 02-1/5946!9 oder E-mail Adresse wenden. Vielen die bereits Unterlagen und Bilder zur Verfügung gestellt haben, und damit geholfen haben diese Chronik zu erarbeiten, sei auf diesem Wege gedankt.

 

Spenden an den „Verein zur Förderung des Feuerschutzes und der Jugendfeuerwehr in Essen-

Steele e. V.“ werden dankend unter Kto. Nr. 694797, BLZ 36060591 bei der SPARDA-Bank

Essen entgegengenommen. Ab einer Größenordnung von 15,- € erhalten die Spender automatisch eine Spendenquittung wenn die Adresse bekannt ist.

 

Quellen:         Chroniken der FF-Steele der Jahre 1926, 1976 u. 1986, Archivsammlung FF-Steele

        Chronik 75 Jahre Musikzug Feuerwehr Essen

 1894-1994: 100 Jahre Berufsfeuerwehr Essen

 Steeler Geschichtskeis Archiv Heinz Parkhof

 Privatsammlung d. Verfassers U. Seidelmann     Copyright: FF-Steele